Einige Tipps für die Probefahrt
Sie haben ihr Auto oder Motorrad zum Verkauf angeboten, Kaufinteressenten besichtigen Ihr Fahrzeug und möchten eine Probefahrt machen. Hier ist jetzt besondere vorsichtgeboten, wenn Sie Ihr Fahrzeug Interessenten zur Probefahrt überlassen. Wenn der „angebliche“ Kaufinteressent von der Probefahrt nicht zurückkehrt, werden Sie als Verkäufer von der Versicherung keinen Cent sehen. Ihre Kaskoversicherung wird nicht für den Schaden aufkommen, Sie als Verkäufer haben das Fahrzeug freiwillig übergeben. Im Juristendeutsch spricht man von „Sachherrschaft über das Fahrzeug aufgegeben“ und so handelt es sich juristisch nicht um einen Diebstahl, sondern um eine unversicherte Unterschlagung.
Lassen Sie sich vor der Probefahrt Führerschein und Personalausweis oder Reisepass zeigen. Schauen Sie sich die Dokumente genau an um keiner Fälschung aufzusitzen. Den Führerschein vor der Probefahrt zu kontrollieren ist besonders wichtig, sollte der Probefahrer keine gültige Fahrerlaubnis besitzen und es kommt zum Unfall, werden Sie Ihre Haftpflichtversicherung gefährden. Bei einer Motorrad Probefahrt ist es am besten sich den Wert des Motorrades als Bargeld hinterlegen zu lassen. Ist das nicht möglich sollten man zumindest den Personalauswess oder Reisepass einbehalten. Beim Auto gestaltet sich die Probefahrt einfacher, hier kann man während der Probefahrt auf dem Beifahrersitz platznehmen.
Das wichtigste zur Probefahrt
Eine Probefahrt sollte zwischen 20 und 30 Minuten betragen, einige Mängel treten erst auf wenn der Motor warmgelaufen ist. Das Radio sollte über die ganze Probefahrt ausgeschaltet bleiben. Um unnötige Zeit in Staus zu vermeiden fahren Sie nicht in Hauptverkehrszeiten. Fahren Sie mit dem Auto auch ein Stück überland und auf unterschiedlichen Straßenbelägen. Auch ein Stopp an einer Waschstraße mit einem Hochdruckreiniger ist zu empfehlen, so können Sie Undichtigkeiten an Türen oder Unterboden erkennen.
Tipps vor der Probefahrt
Lassen Sie sich zuerst die Papiere und das Scheckheft zeigen, mit den Eintragungen im Scheckheft gewinnen Sie einen Überblick über den Wartungszustand des Fahrzeuges und es lässt sich der am Tacho angezeigte Kilometerstand besser überprüfen. Nehmen Sie immer eine zweite Person mit zur Fahrzeugbesichtigung, „vier Augen sehen mehr als zwei“. Einen fachkundigen Freund oder Bekanten wird Sie bestimmt gerne begleiten. Der Verkäufer sollte auf Sie einen seriösen Eindruck machen und Sie nicht unter Druck setzen oder unnötig ablenken. Lassen Sie sich genügend Zeit bei Ihrer Auswahl und dem Fahrzeug-Check. Nehmen Sie lieber Abstand vom Kauf, wenn der Verkäufer mit vagen Antworten und Aussagen daherkommt. Als Käufer müssen Sie immer darauf achten, dass der Verkäufer alle Angaben zum Fahrzeug im Vertrag schriftlich niederschreibt. Nur so werden Sie auf der sicheren Seite sein, wenn bei späteren Schäden eine Reklamation durchzusetzen ist.
Bestehen Sie immer auf eine Probefahrt, den Wagen oder das Motorrad sollten Sie auf Herz und Nieren testen. Suchen Sie sich schon vorab eine geeignete Teststrecke aus. Denken Sie vor dem losfahren zuhause daran Ihre Papiere Führerschein und Personalausweis mitzunehmen.
Rundgang ums Fahrzeug:
Wie sehen die Reifen aus, Profiltiefe und DOT Nr. (DOT steht für das Herstellungsdatum des Reifens)
Achtung bei ungleicher Abnutzung der Reifen, dies könnte auf mögliche Spur-, Sturz- oder Achsgeometriefehler hindeuten!
Auf Rost und Lackschäden an der Karosserie und dem Unterboden sowie den Tragenden Teilen achten.
Auspuffanlage genauer anschauen, überprüfen Sie die Stoßdämpfer, die Stoßdämpfer können Sie leicht selbst testen: Dazu den Wagen über jedem Rad herunterdrücken und wieder hoch federn lassen. Die Federung muss schnell zur Ruhe kommen. Langes Nachfedern deutet auf defekte Stoßdämpfer hin.
Wie schließen die Türen, Motorhaube und Heckklappe? Schlechtes schließen oder zu große/kleine Spaltmaße können auf einen Unfall hindeuten.
Steinschläge an Frontscheibe oder Scheinwerfern?
Kofferraumboden prüfen Verformungen oder Nässe können ein Zeichen für einen heckschaden sein.
Wie sieht das Reserverad aus?
Im Motorraum:
Sind alle Flüssigkeiten auf ihrem sollstand? (Wasser, Öl ,Frostschutz, Bremsflüssigkeit)
Sollten die Flüssigkeitsstände auf Minimum sein oder darunter, deutet das auf einen schlechten Pflegezustand hin.
Ein Blick durch den geöffneten Ölnachfülldeckel oder auch am Ölnachfülldeckel in den oberen Motorbereich zeigt: Weißlicher oder beiger Schaum könnte auf einen bevorstehenden Motorschaden zumindest auf ein Schaden an der Zylinderkopfdichtung hindeuten.
Prüfen Sie die tragenden, sichtbaren Teile der Karosserie auf Verformungen, denn dies sind mögliche Anzeichen für einen Unfallschaden.
Wie läuft der Motor im Leerlauf? Motorgeräusche wie klappern oder helles tikken da könnte ein Ventilschaden vorliegen.
Auspuffgase können Ihnen auch viel verraten. Weißer Rauch z.B. wird von Wasser verursacht, das aus dem Auspuff kommt. Dies kann auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten. Blauer Qualm lässt auf die Verbrennung von Öl schließen, was auch der Geruch verrät. In diesem Fall ist mit einem Motorschaden zu rechnen.
Vor der Probefahrt
Ist die elektrische Anlage wie Blinker, Licht, Heizung, Gebläse, funktionsfähig?
Der kalte Motor muss anspringen und rund laufen.
Es dürfen keine Geräusche wie klappern und rasseln zu hören sein.
Geräusche der Auspuffanlage kontrollieren.
Schwarzer Qualm aus der Auspuffanlage, ist ein Zeichen auf Ölverbrennung und deutet auf einen erhöhten Ölverbrauch hin.
Die Schaltung sollte leichtgängig exakt und lautlos funktionieren.
Die Kupplung darf nicht Rucken beim anfahren.
Treten Vibrationen und/oder Lärm (besonders bei bestimmten Drehzahlen) im gesamten Wagen, vor allem im Armaturenbereich auf?
Flattert das Lenkrad bei bestimmten Geschwindigkeiten? Wenn ja, sind die Räder nicht richtig ausgewuchtet.
Achten Sie darauf, ob das Fahrzeug spontan auf Lenkeinschläge reagiert.
Beim Bremsen auf gerader Straße, muss das Auto in der Spur bleiben. Das Fahrzeug darf nicht zur Seite ziehen, rubbeln oder sonstige Geräusche erzeugen.
Die Kühlwasser-Temperatur bleibt stets im grünen Bereich. Sollte die Temperatur zu hoch oder in den Roten Bereich gehen, ist das ein Zeichen, dass die Zylinderkopfdichtung meist beschädigt ist.
Auch nach der Fahrt sollte Sie ein Blick unter die Motorhaube werfen. Achten Sie darauf, dass kein Öl unter dem Motorraum abtropft.
Wer haftet beim Schaden während der Probefahrt?
Bei der Probefahrt ist die Haftung im Schadensfall abhängig vom Verkäufer. Kaufen Sie bei einem Händler also gewerblich, haftet der Käufer in der Regel nicht, wenn ein Schaden bei der Probefahrt entsteht. Die Vorführwagen sind meist vollkaskoversichert. Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen. Als Ausnahmen gelten grob fahrlässiges oder vorsätzliches Fahrverhalten (z.B. überhöhte Geschwindigkeit). In diesen Fällen kann der Händler Schadenersatz vom Probefahrer verlangen.
Wer einen Gebrauchten jedoch bei einem privaten Anbieter (Verkäufer)kauft und bei der Probefahrt einen Unfall verschuldet, haftet in vollem Umfang. Aber Achtung! Ihre Privathaftpflichtversicherung tritt für Schäden während einer Probefahrt nicht ein. Das kann eine teure Probefahrt werden.
Prüfen Sie das Fahrzeug vor der Probefahrt auf Schäden, und dokumentieren Sie diese Schäden falls vorhanden. Möglicherweise macht der Verkäufer Sie sonst für Altschäden haftbar, die Sie nicht selbst verursacht haben. In jedem Fall müssen Sie als Probefahrer nachweisen, dass der Schaden nicht vom ihnen verursacht wurde. Hier kommt es Ihnen zu gute, wenn Sie eine Person (bekannter oder Freund)Ihres Vertrauens bei der Probefahrt dabei haben.
Sie können auch einen Haftungsausschluss vor der Probefahrt vereinbaren oder einigen sich darauf, die Kosten bei einem Unfall Prozentual zu teilen. Wichtig ist Sie sollten alles schriftlich fixieren.
Sachverständigen ein unabhängiges Gutachten erstellen lassen
Zwei Arten der Prüfung eines Gebrauchten sind sinnvoll.
- Lassen Sie das Fahrzeug beim TÜV oder beim ADAC Prüfen lassen.
- Sie können Ihr Wunschfahrzeug von einem Kfz-Sachverständigen überprüfen und eine Wertermittlung durchführen lassen.
Ein Tipp noch zum Abschluss:
Den Kaufpreis sollten Sie immer erst dann bezahlen, wenn Sie den Kfz-Brief in Händen halten, erst wenn Sie die Dokumente in Händen halten erst dann sind Sie der rechtliche Eigentümer des Fahrzeuges oder Motorrades.
Ausführliche Informationen erhalten Sie in dem Gratis E-Book auf http://www.Autokauf-Checkliste.de


